1986 begegnete ich einem wundervollen Baum von Ernst Oppliger. Überwältigt kaufte ich sofort Scherenschnittpapier. Kleine Scheren fand ich in meinem chirurgischen Instrumentarium. Zu
Beginn schnitt ich traditionelle, figurative Silhouetten mit viel Ornamentik, was mich nicht befriedigte. Dann realisierte ich, dass ich mit den Ausschnitten ja eigentlich Licht ausschneide. Das
Scherenschnitt-papier ist schwarz, was im Bild maximaler Dunkelheit entspricht. Das darunterliegende Papier ist weiss und stellt maximales Licht dar. Ich erinnerte mich an die Hell-Dunkel-Malerei
von Rembrandt. Seitdem schneide ich die Lichtreflexe auf Gesichtern oder im Blätterwerk eines Waldes aus. Dadurch wirkt die Darstellung dreidimensional. Zudem erlaubt es mir, Stimmungen und
Emotionen in einem Gesicht einzufangen.